Auslöschungen

Wandinstallation 2013
Fotografie, Bleistift, Tusche

Von drei Ecken aus kann man in die offene Rundung eintreten. Es gibt historische Fotografien, Zeitzeugen, festgehaltene Momente, eindeutig und vertraut und doch unbestimmbar in der Herkunft. Die Fotografien sind teilweise überschrieben, überzeichnet, übermalt. Individuelles wird ausgelöscht oder durch Neukombinieren betont, anders geformt und neu herausgestellt.
Unten eine malerische Arbeit, die Zeichnung und Formung erkennen läßt, aber überwiegend ungeformt bleibt.
Rechts sammeln sich kleine Zeichnungen, Momentaufnahme expressiver Zustände, seismographische Aufzeichnungen von Erregung, individuelle Handschrift der Zeichnerin.

Die Rundung kann der Anfang einer Spiralbewegung sein, einer verbindenden Aktivität, die sehr verschiedene Dimensionen auf einer Zeitachse verbinden kann.

Inhaltlich geht es um Kategorisierungen, Individualität, um Aufhebung von Bestimmung und um Fragen nach menschlicher Kontur in den Bedingungen der Zeitgeschichte.

Trance- und Traumähnliches Arbeiten wechselt ab mit Komponieren und Strukturieren des Bildraums. Unterschiedliche mentale Zustände beim Arbeitsprozeß ergeben ein Spannungsfeld auf der Wand. Beschaubare Interferenzen des Gehirns, wenn man das Gehirn versteht als eine Zusammenballung mehrdimensionaler neuronaler Ereignisstränge. Oder besser doch die Vergleichzeitigung unterschiedlicher Instanzen eines psychischen Systems?