Serie Augenblicke

2009
Fotocollagen

Vertraute Szenen, die traumähnlich wirken.

Gefundene Fotos einer Frau werden mit eigenen Fotos kombiniert. Das Vorgehen ergibt Erweiterungen. Was erweitert sich: Das Leben der unbekannten Frau ist und bleibt unerzählt und unbeschaubar. Aber die Verbindung zwischen dem heute gesehenen Wald und der alltäglichen, im Vorbeigehen erfaßten Momente der Frau ergeben Lebendigkeit. Die Montage zerschneidet nicht, sondern ist eine wechselseitige Abrundung, ein Prozeß der gegenseitigen Sinngebung, hier mit einem sanften Unterton, der ins Unheimliche kippen kann.

Wie Geschichte betrachtet wird, wird von jeder Generation neu bestimmt, nicht definiert, aber allmählich herausgebildet. Was hier als historisches Foto erkannt wird, kann schon von der nächsten Generation nicht mehr als eine Möglichkeit angesehen werden, Veränderungen von Menschen in der Zeit darzustellen. Heute werden die gefundenen Fotos einer Frau identifiziert werden können, ihnen wird Bedeutung zugeschrieben, schon morgen hat sich die Bedeuuntg gewandelt - oder sie werden bedeutungslos.